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Reden

Rede am Standesamt

Sehr verehrte Gäste, meine lieben Mutter und Schwiegereltern,
meinen allerherzlichsten Dank, auch im Namen von Heidrun, für die vielen Glückwünsche und vor allem dafür, dass ihr alle zu unserer Hochzeitsfeier gekommen seid.
Wir feiern dieses Fest etwas unkonventionell, ganz so, wie auch unsere Beziehung gestaltet hat.

Zuerst wollten wir beide keine neue Beziehung.

Doch dann konnten wir nicht voneinander lassen.

Dann brauchten wir Zeit um uns aneinander zu gewöhnen.

Wir haben in den letzten 12 Jahren schon viele Gute Tage und auch einige sehr schwere Tage miteinander verbracht.

Viele haben versucht, uns zur Heirat zu überreden,

doch wir, waren noch nicht so weit.

Aber deshalb sind wir uns jetzt um so sicherer, den richtigen Schritt tun.

Aber an dieser Stelle möchte ich noch die Gedanken auf meinen Vater lenken, der uns sehr bei dieser Feier fehlt.
Er hätte sich bestimmt sehr über diesen Tag gefreut. Ebenso wäre er sehr stolz gewesen, dass sein Schaffen und Wirken zu Hause die Kulisse für die Feier wird.

Nun lasst uns auch in seinem Sinn gemeinsam feiern, das Essen genießen und eine schöne Zeit miteinander verbringen.

Danke für alles - auf euer Wohl!

Rede am Abend

Wie es so Tradition ist, möchte ich nun, kurz bevor der wichtigste Mann des Abends das Regiment übernimmt,

ich spreche von unserem Koch, Herr Reinhardt, ein paar Worte an Euch richten.

Wie viele von Euch wissen, kann ich zwar ganz gut technische Inhalte präsentieren, aber wenn es um’s persönliche geht, bin ich kein besonders guter Redner.

Aber es hilft nicht’s, da müssen wir jetzt alle gemeinsam durch.

 Normalerweise käme jetzt der Dank, das ihr alle zu unserem Fest gekommen seid. Darüber freuen wir uns natürlich.

Es gibt aber für mich noch ein wichtigeres:

Zu aller erst möchte ich nun, wie es seit gestern, 11:30 Uhr meine Pflicht ist, dir Heidrun für die letzten fast 14 Jahre danken.

Sie waren spannend, kribbelnd, mal nervenaufreibend und mal schwierig.

Es war etwas verzwickt, so wie unsere Beziehung begann.

Wir hatte beide nicht all zu lange eine längere Beziehung hinter uns, und hatte eigentlich die Nase voll vom anderen Geschlecht.

Aber irgendwie merkten wir, das wir auf einer Wellenlänge sind. Und so lies es sich nicht verhindern, das wir uns füreinander interessierten.

Aber irgendwie waren wir uns noch nicht so ganz im Klaren, ob wir es hier wirklich ernst meinen.

Deshalb lief unsere Beziehung zunächst ein halbes Jahr, ohne dass irgend jemand etwas davon wusste.

Das ganz ging soweit, wie man es eigentlich nur in einem billigen Schnulzenroman vermuten könnte.

Ich erinnere mich hier an eine Begebenheit, die sich abspielte. Ich war bei Heidrun in Ihrer Wohnung.

Plötzlich klingelt es. Von meiner Heidrun höre ich nur noch den Satz „Verdammt meine Mutter ! Ab ins Bad “

Bevor ich mich richtig versah, stand ich mucksmäuschen still im Bad und harte der Dinge, die da kommen. Erst nach fast einer Stunde durfte ich das Bad wieder verlassen.

Und Gott sei Dank, die Schwiegermutter musste auch nicht auf’s Klo, sonst wäre die Erklärung der Situation etwas kompliziert geworden, denn die Schüssel befand sich gegenüber der Badewanne !

Liebe Friedel, ich hoffe Du verzeihst mir, wenn ich seit dem eine gewisse Abneigung gegen nicht angekündigte

Schwiegermutterbesuche habe.

Die Ursache ist nicht wirklich bei dir zu suchen !

Naja, aber irgendwann war es soweit. Unsere Beziehung durfte endlich ans Licht der Welt.

Und prompt hörten wir von beiden Seiten, den erwarteten Widerspruch.

An einen der ersten Aussprüche, an die ich mich von meinem Vater erinnern kann, als er von Heidrun erfuhr, war:

Mensch Kerle, such dir a Junge, alt werdet se von allein !“

Mein Argument, Heidrun sei immerhin 2 Wochen jünger, lies er nicht wirklich gelten.

Als er aber Heidrun dann kennen lernte, war er denke ich schon weitgehend einverstanden.

Heidrun musste sich ähnliches anhören. Mein Vorgänger bei Heidrun war als Soldat nicht gerade begütert.

Und als Frau eines Bänkers kam von meiner Schwiegermutter der Ausspruch:

„Was, ein Student ! Schon wieder einer, der nichts verdient !“

Aber ich denke, hier hatte Heidrun den größeren Weitblick als Ihre Mutter. Und ich denke, momentan können wir alle zufrieden sein.

So nach all diesen kleinen Unwegbarkeiten des Anfangs lief unsere Beziehung in ein ruhiges Fahrwasser.

Bis zu dem Zeitpunkt, als meine Heidrun krank wurde .

Hier waren wir wochenlang im Ungewissen, wie es für Sie, und damit auch für uns weitergehen wird.

Dies war eine sehr schwere Zeit, insbesondere da ich aufgrund von Klausuren nicht persönlich bei ihr sein konnte.

Aber diese Zeit hatte auch ihr Gutes. Sie hat uns sehr fest zusammengeschweisst.

Und sie lässt es uns zu, auch bei Meinungsverschiedenheiten, uns nach mehr oder weniger Zeit, wieder aufeinander zu zu gehen und uns zu verzeihen, auch wenn die Gräben tief waren.

Heidrun, ich möchte dir für diese Jahre danken, und hoffe, dass noch sehr viele folgen werden.

Eigentlich wollte ich dir an diesem Abend einen langen Wusch erfüllen.

Aber wie ich dir schon vor ein paar Tagen gestehen musste, habe ich es einfach nicht geschafft. Du wolltest eigentlich einen Motor-Roller.

Derzeit ist es nahezu unmöglich, einen zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Vielleicht sind die Spritpreise daran schuld. Erst als Du über meine ständige Abwesenheit und spätes nach Hause kommen misstrauisch geworden bist, habe ich dir die suche nach dem Roller gestanden.

-          nicht das du noch auf andere Gedanken gekommen wärst.

Deshalb stehe ich heute ohne ein Geschenk da, wir werden aber die Suche gemeinsam fortsetzen.

Viele von Euch wissen, dass ich derzeit mein Leben eine neue Wendung gebe.

Zum einen diese Feier hier, zum anderen werde ich nächsten Monat innerhalb Bosch eine neue Stelle antreten.

Und deshalb möchte ich auch diesem Abend eine neue Wendung geben, und das Buffett eröffnen.